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Phytomedizin

 

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Phytomedizin 

Der Terminus 'Phytomedizin' ist nicht eindeutig definiert. Je nach Arbeitsbereich versteht man darunter 'Medizin an Pflanzen', eine Wissenschaft, die eigentlich häufiger z.B. als Pflanzenschutz bezeichnet wird. In der Tier- und Humanmedizin versteht man unter Phytomedizin oder Phytopharmakologie Medizin mit Pflanzen, also die Bemühungen, pflanzliche Präparate, Extrakte o.ä. direkt oder indirekt als Heilmittel einzusetzen. Zu beiden Bereichen an dieser Stelle einige Stichworte zu unseren Arbeiten:

Phytopharmakologie: 
Herzglykoside zur Steigerung der Kontraktionskraft des Herzmuskels, zur Regulation der Herzfrequenz und zur Veränderung der Erregbarkeit durch Modifikation der Reizschwellen (Digitalis purpurea, Maiglöckchen, Adonisröschen, Nieswurzelstock), Kardiotonika aus Weißdorn und Meerzwiebel. Adstringentien, Antidiabetika, Obstipantien, Antihypertonika. Herleitung der Hormonpräparate (Antibabypille) von Dioscorea composita; Isolierung und Weiterentwicklung von Diosgenin und anderen Steroidhormonen. Schmerzbekämpfung und Toxikologie, Opium (Papaver somniferum), Morphine, Anwendung und Bedeutung von Alkaloiden wie Atropin (Atropa bella-donna) besonders in der Augenheilkunde.

Medizinisch relevante Verbindungen aus Cyanobakterien (Blaualgen). Antimikrobiell, cytotoxisch und antiviral wirksame Verbindungen. Sulfoquinovosyldiacylglycerole aus Lyngbya lagerheimii und Phormidium tenue im Bereich der AIDS-Forschung. Herzwirksame Verbindungen wie Scytonemin A (cyclisches Dodecapeptid), Immunsuppressiva wie eine Reihe von Lipopeptiden, Neurotoxinen und Tumorpromotoren.

Pflanzenschutz: 
Charakteristika von chemischen, biochemischen und physikalischen Pflanzenschutzmaßnahmen und -techniken, Ethikdiskussion, Geschichte des Pflanzenschutzes. Fungizide: z.B. aus den Bereichen der Kupfer- und Schwefelverbindungen, organischer Zinnverbindungen, Thiocarbamate und Thiurame, Benzimidazol- und Thioharnstoffderivate, Stickstoffheterozyklen und Carboxanilide. Insektizide z.B. vom Typ der chlorierten Kohlenwasserstoffe, der organischen Phosphorverbindungen, der Carbamate sowie der acylierten Harnstoffe. Spezifität von Pflanzeninhaltsstoffen wie den natürlichen Pyrethrinen sowie den synthetischen Pyrethroiden im Pflanzenschutz. Herbizide: Elektronentransporthemmstoffe, Energietransferhemmstoffe, Radikalbildner und Carotinoidsynthesehemmstoffe. Biochemie von Pflanzenschutzmitteln, Persistenz der Verbindungen und die Problematik der Anreicherung in Boden und Grundwasser. Ökologische Bewertung.


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